8. Handlungsfeld: Inklusion und Vielfalt

Die Münchner Kindertagesbetreuung ist ein sicherer Ort für alle Kinder, Familien und Mitarbeiter*innen. Vielfalt, Inklusion und Chancengerechtigkeit prägen den Alltag und ermöglichen gleichberechtigte Teilhabe.

Inklusion und Vielfalt

Visionen

Der Geschäftsbereich KITA sowie alle Träger und Einrichtungen der Münchner Kindertagesbetreuung gestalten ihre Prozesse und Strukturen so, dass jedes Kind und dessen Familie die Münchner Kindertageseinrichtung als einen sicheren und diskriminierungssensiblen Ort der Begegnung und Partizipation erleben.

Vision 1

Die Vielfalt und Heterogenität in der Münchner Bevölkerung mit ihren unterschiedlichen Identitäten, Bedarfen und Familienformen ist eine Bereicherung für die Kindertagesbetreuung in München.

Vision 2

Ziele

Ziel 1.1

Die pädagogischen Mitarbeiter*innen in den Münchner Kindertageseinrichtungen entwickeln ihre inklusiven Kompetenzen kontinuierlich weiter und handeln gleichstellungssensibel. Sie nehmen die Auseinandersetzung mit der Pädagogik der Vielfalt als lebenslanges Lernen wahr und nutzen die Möglichkeiten, von- und miteinander zu lernen.

Ziel 1.2

Alle Kinder werden in den Münchner Kindertageseinrichtungen bei ihrer Identitätsentwicklung zielgruppenangemessen unterstützt. Gleichberechtigung und Gleichstellung sind die Maximen des pädagogischen Handelns in Bezug auf Vielfalt.

Ziel 1.3

Verbindliche Kriterien einer vielfaltsorientierten Arbeitsstruktur und Pädagogik sind im Geschäftsbereich KITA, der Trägerebene sowie den Münchner Kindertageseinrichtungen entwickelt und verankert und werden in der Qualitätsentwicklung kontinuierlich einbezogen. Die Verwirklichung von Gleichstellung ist Führungsverantwortung – sie zeigt sich in der Kommunikation, Qualifizierung und Organisationskultur sowie in den Organisationsstrukturen auf allen Ebenen der Kindertagesbetreuung.

Ziel 2.1

Jedes Kind hat – unabhängig von sozialer Herkunft, Familienform, geschlechtlicher und sexueller Identität, Ethnizität, Religion, Beeinträchtigung oder Behinderung – gleichberechtigten Zugang zu und Teilhabe an allen Angeboten der Münchner Kindertagesbetreuung. Bildung, Erziehung und Betreuung werden dabei der individuellen Vielfalt entsprechend gestaltet.

Übergreifende Strategien und Maßnahmen

  • Umsetzung einer inklusiv gestalteten Pädagogik der Vielfalt durch die bewusste Trägergestaltung, eine professionelle Haltung der pädagogischen Mitarbeiter*innen und eine konstruktive vertrauensvolle Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit den Familien
  • Etablierung tragfähiger Netzwerke durch Kooperation mit verschiedenen Akteur*innen
  • Bereitstellung zusätzlicher personeller Ressourcen, insbesondere von pädagogischen Fachkräften mit spezifischen Qualifikationen
  • Kontinuierliche Qualifizierung der pädagogischen Mitarbeiter*innen durch gezielte Zusatzqualifikationen im Bereich Inklusion und Vielfalt
  • Einsatz praxisnaher Instrumente wie Vielfaltsstarterpakete mit Materialien, Handlungshilfen und Impulsen
  • Trägerunabhängige professionelle Begleitung des inklusiven Entwicklungsprojektes in den Kindertageseinrichtungen, beispielsweise durch Supervision

  • Gewährleistung des Zugangs zu diskriminierungsfreien Bildungs- und Erfahrungsräumen für alle Kinder, in denen sie ihre Welt aktiv mitgestalten können
  • Bereitstellung von Materialien, die unterschiedliche Lebensrealitäten, Geschlechterrollen, sexuelle Identitäten, Religionen, Ethnien sowie Behinderungen sichtbar und wertschätzend repräsentieren
  • Umsetzung geschlechtergerechter Raumkonzepte in allen Einrichtungen
  • Stärkung diskriminierungssensibler Sprachpraxis als verbindlicher Standard
  • Entwicklung bedarfsorientierter Aktivitäten zur Unterstützung kindlicher Identitätsentwicklung
  • Etablierung professioneller Familienbegleitung und -unterstützung unter Anerkennung aller Lebensrealitäten

  • Festlegung verbindlicher Kriterien und strukturelle Verankerung von Vielfalt in der Qualitätsentwicklung
  • Förderung und Sicherstellung einer gelebten Haltung, die Vielfalt selbstverständlich begreift, vorlebt und vertritt
  • Verankerung der inklusiven Pädagogik als Führungsaufgabe in Qualifizierung, Kommunikation und Organisationskultur
  • Regelmäßige Fortbildungen zu Themen wie LGBTIQ*, Intersektionalität und Antidiskriminierung

  • Schaffung diskriminierungskritischer Bildungsräume, in denen Vielfalt als wertvolle Ressource für gemeinsames Lernen und Entwicklung verstanden wird
  • Diskriminierungssensible Gestaltung aller pädagogischen Prozesse, beispielsweise durch Materialien, Sprachgebrauch, Raumgestaltung, Angebote und Dokumentation kindlicher
    Bildungswege
  • Reflexive Auseinandersetzung der pädagogischen Mitarbeiter*innen mit der eigener Rolle, Sprache, Haltung und Machtverhältnissen im Alltag
  • Bereitstellung von Qualifizierungsangeboten durch die Träger zur Unterstützung diskriminierungssensibler Praxis
  • Entwicklung und Anwendung grundlegender Standards für eine inklusiv gestaltete Pädagogik der Vielfalt als Orientierung für die konzeptionelle Arbeit
  • Verankerung von Vielfalt, Teilhabe und Gleichwertigkeit als zentrale Prinzipien in den Konzeptionen der Einrichtungen

Nachhaltigkeitsziele

SDG 4
SDG 5
SDG 10
SDG 16