10. Handlungsfeld: Kinderrechte, Partizipation und Demokratiebildung

Die Münchner Kindertagesbetreuung stärkt auf allen Ebenen Kinder in ihren Rechten und lebt Demokratie von Anfang an. Beteiligung, Wertschätzung und eine offene Feedbackkultur bilden die Grundlage des gemeinsamen Miteinanders.

Kinderrechte, Partizipation und Demokratiebildung

Visionen

Die Rechte der Kinder sind Orientierungsgröße für jegliches Handeln in den Münchner Kindertageseinrichtungen und auf allen Ebenen der pädagogischen Praxis sowie der Organisation verankert. Information, Anhörung, Mitbestimmung und Teilhabe werden als Schlüssel zu Demokratie und Bildung verstanden, geachtet und umgesetzt.

Vision 1

Ziele

Ziel 1.1

In den Münchner Kindertageseinrichtungen sind die rechtlichen Grundlagen wie Kinder- und Menschenrechte bekannt, werden geachtet und gelebt.

Ziel 1.2

Beteiligungsverfahren, eine offene Feedbackkultur und ein diskriminierungssensibles Beschwerdemanagement für Kinder und Erwachsene sind in den Strukturen der Träger sowie der Kindertageseinrichtungen verankert und implementiert.

Ziel 1.3

Die Münchner Kindertageseinrichtungen sind demokratische Lernorte, deren Weiterentwicklung diskriminierungskritisch erfolgt.

Übergreifende Strategien und Maßnahmen

  • Konsequente Umsetzung von UN-Kinderrechtskonvention, Grundgesetz und menschenrechtlichen Normen auf allen Ebenen der Kindertagesbetreuung
  • Entwicklungsadäquate Beteiligung aller Kinder an Alltagsgestaltung, pädagogischen Planungen und Entscheidungsprozessen
  • Etablierung verbindlicher, kindgerechter Beschwerdeverfahren
  • Institutionell verankerte Haltung gegen Rassismus, Menschenfeindlichkeit und jede Form von Diskriminierung gegenüber Kindern, Familien und Mitarbeiter*innen
  • Regelmäßige Reflexion pädagogischer Alltagspraxis und institutioneller Rahmenbedingungen im Hinblick auf Kinderrechte
  • Verankerung von Kinderrechten als dauerhafte, strukturelle Aufgabe in jeder Einrichtung sowie auf Trägerebene

  • Individuelle Professionalisierung der pädagogischen Mitarbeiter*innen durch regelmäßige Fort- und Weiterbildungen, kollegiale Beratung und Reflexionsprozesse
  • Teambegleitung durch die Fachberatung des Geschäftsbereichs KITA sowie Multiplikator*innen
  • Entwicklung trägerseitiger Rahmenkonzepte zu Kinderrechten, Partizipation und Demokratiebildung
  • Unterstützung der Leitung zur Etablierung und Absicherung einer partizipativen und demokratischen Team- und Organisationskultur

  • Etablierung von Angeboten zur Information und Sensibilisierung der Familien
  • Förderung von Feedback- und Aushandlungsprozessen zwischen pädagogischen Mitarbeiter*innen, Kindern und Familien
  • Schaffen einer inklusiven und diversitätssensiblen Atmosphäre in der Kindertageseinrichtung für alle Familien
  • Entwicklung zielgruppenspezifischer Beteiligungsstrategien für gerechte Teilhabe

  • Entwicklung eines umfassenden sozialräumlichen Verständnisses, dass Einrichtungen aktiver Bestandteil der Stadtgesellschaft sind
  • Kooperationen mit Trägern, kommunalen Einrichtungen und zivilgesellschaftlichen Akteur*innen

  • Kinderrechte entwicklungsangemessen, verständlich und transparent kommunizieren, umsetzen und in institutionellen Konzepten verankern
  • Etablierung und Weiterentwicklung einer transparenten offenen Feedback- und Beschwerdekultur innerhalb der Einrichtung
  • Entwicklung systematischer Bearbeitung konstruktiven Feedbacks
  • Verankerung übergeordneter Strukturen auf Träger- und Aufsichtsebene zur Einrichtung unabhängiger Anlaufstellen für Kinder, Familien und Mitarbeiter*innen
  • Strukturelle Verortung partizipativer Verfahren und diskriminierungssensibler Beschwerdeprozesse auf allen Ebenen der Kindertagesbetreuung                                                                                                                                             

  • Aktive Einbindung der Kinder an Entscheidungen, die ihre Lebenswelt betreffen, wie räumliche und inhaltliche Gestaltungsfragen oder innovative Themen
  • Gezielte Begleitung der Kinder durch transparente Abläufe, Unterstützung bei der Meinungsbildung und Kompetenzen, um sich selbstbewusst in Gremien oder Projekten einzubringen – etwa auch als Moderierende

  • Entwicklung geeigneter Beteiligungsformate, die Kindern Mitgestaltung ermöglichen, wie Gremien, Beteiligungsprojekte, Kindersprechstunden
  • Aufbau transparenter Kommunikationswege, damit Kinder ihre Rechte erkennen und einfordern können
  • Einrichtung verbindlicher Gremien für Kinder und strukturelle Absicherung auf Trägerebene, beispielsweise durch Partizipationsbeauftragte, Kinderbeiräte, Kinderbeauftrage oder trägerinterne Fachgremien
  • Entwicklung klarer, verbindlicher Teamvereinbarungen zu Kinderrechten und Partizipation
  • Systematische Einbeziehung der Kinderperspektiven etwa durch Befragungen und Beobachtungen
  • Dokumentation und zeitnahe Umsetzung der Ergebnisse, damit Kinder die Wirkung ihrer Rückmeldungen erleben 
  • Aufbau und Absicherung transparenter Verfahren für Mitwirkung, Feedback und Beschwerde auf Einrichtungs- und Trägerebene
  • Systematische Auswertung und Evaluation der erhobenen Daten zur Qualitäts(weiter)entwicklung auf Trägerebene
  • Partizipative Entwicklung, Umsetzung und Evaluation der Formate durch Teams, Familien und Kinder

  • Entwicklung und Implementierung diskriminierungskritischer Ansätze in Leitlinien
  • Etablierung systematischer Prozesse zur kontinuierlichen Überprüfung und Weiterentwicklung der demokratischen Beteiligung der Kinder im pädagogischen Alltag.
  • Förderung von Partizipation auf allen Ebenen der Kindertagesbetreuung

  • Etablierung von Strukturen zur Einrichtungsöffnung in den Sozialraum
  • Erarbeitung von Konzepten zur Sichtbarmachung kindlicher Beteiligung in der Öffentlichkeit
  • Entwicklung und Durchführung von partizipativen Projekten, die Kinder aktiv in stadtteilbezogene Aktivitäten einbinden
  • Auf- und Ausbau von Kooperationen mit politischen, administrativen und zivilgesellschaftlichen Akteur*innen sowie Organisationen und Fachstellen

Nachhaltigkeitsziele

SDG 4
SDG 10
SDG 16