3. Handlungsfeld: Kinderschutz, Prävention und Gesundheit

Die Münchner Kindertageseinrichtungen sind sichere und gesundheitsfördernde Bildungsorte. Mit ganzheitlicher Gesundheitsförderung, nachhaltiger Gestaltung und einem klaren Fokus auf Kinderschutz schaffen sie beste Bedingungen für ein gesundes Aufwachsen.

Kinderschutz, Prävention und Gesundheit

Visionen

Jede Münchner Kindertageseinrichtung ist ein sicherer und gesundheitsfördernder Ort für alle Kinder, Familien und Mitarbeiter*innen.

Vision 1

Die Träger der Münchner Kindertageseinrichtungen sorgen für gesunde und gesundheitsfördernde Bedingungen für alle Kinder und Erwachsenen.

Vision 2

Die Münchner Kindertageseinrichtungen gewährleisten eine gesunde und bedarfsgerechte Ernährung für alle Kinder.

Vision 3

Ziele

Ziel 1.1

Die Münchner Kindertageseinrichtungen kommen gemäß dem SBG VIII ihrer Mitverantwortung für den Schutz aller Kinder nach.

Ziel 2.1

Die Münchner Kindertageseinrichtungen stärken die Gesundheitskompetenz und das Wohlbefinden von Kindern und Familien durch integrierte, ganzheitliche Gesundheitsförderung.

Ziel 2.2

Die Träger der Münchner Kindertageseinrichtungen legen in ihren Konzepten zu betrieblicher Gesundheitsförderung einen besonderen Fokus auf die psychische Gesundheit und Stressbewältigung ihrer Mitarbeiter* innen. Gesundheits- und Arbeitsschutz sind auf allen Ebenen umgesetzt.

Ziel 2.3

Gebäude und Außenanlagen der Kindertageseinrichtungen in München werden unter Beteiligung von Kindern und Mitarbeiter*innen barrierefrei, gesundheitsfördernd sowie nachhaltig geplant und gestaltet.

Ziel 3.1

Die Träger der Münchner Kindertageseinrichtungen stellen ganztägig eine gesunde, entwicklungsadäquate, qualitätsvolle und nachhaltige Verpflegung für alle Kinder sicher.

Übergreifende Strategien und Maßnahmen

  • Durchführung fachlich fundierter Gefährdungseinschätzungen bei gewichtigen Anhaltspunkten für eine Kindeswohlgefährdung (§ 8a SGB VIII)
  • Umsetzung der Münchner Vereinbarung zum Kinderschutz als verbindliche Grundlage der Kooperation zwischen Kindertageseinrichtungen und Stadtjugendamt
  • Bereitstellung ausreichender Beratungsangebote durch IseF-Fachkräfte, unter anderem in der Fachberatung des Geschäftsbereichs KITA, den Erziehungsberatungsstellen sowie überregionale Fachberatungsstellen
  • Transparente Darstellung der zuständigen Anlaufstelle (Website des Stadtjugendamtes)
  • Verantwortung der Träger, Mitarbeiter*innen über die Inhalte der Münchner Vereinbarung zu informieren
  • Verbindliche Implementierung der Handlungsschritte und Standards zum Kinderschutz in allen Kindertageseinrichtungen

  • Verankerung der Verantwortung für den Schutz der Kinder vor körperlichen und seelischen Schädigungen, (sexualisierten) Übergriffen sowie vor Gewalt in allen Ebenen der Träger und Geschäftsbereiche
  • Sicherstellung der Umsetzung der Handlungsleitlinien zur Prävention, Intervention und Nachsorge
  • Durchführung regelmäßiger verpflichtender Schulungen zur Stärkung von Handlungssicherheit und professionsethischer Reflexion
  • Kontinuierliche Weiterentwicklung und Aktualisierung der Handbücher durch den Geschäftsbereich KITA

  • Umsetzung gezielter Präventionsmaßnahmen als gleichwertiger Bestandteil neben der Intervention
  • Etablierung alltagsintegrierter Strategien zur Stärkung psychischer Widerstandskraft
  • Nutzung spezifischer Programme und Projekte, wie zum Beispiel die Handreichung „BEST – Bin emotional stark”
  • Erstellung einer praxisnahen Broschüre „„Kinder wirksam schützen, Kinderschutz in Münchner Kitas” zur weiteren Qualifikation der pädagogischen Mitarbeiter*innen zum Umgang mit Schutzthemen
  • Benennung und Qualifizierung einer Ansprechperson pro Einrichtung, die als Multiplikator*in im Team als auch für Kinder und ihre Familien wirkt

  • Integration der Gesundheitsförderung als durchgängiger Bestandteil der pädagogischen Arbeit
  • Stärkung von Gesundheitskompetenz und Wohlbefinden bei Kindern und Familien durch frühzeitige, niedrigschwellige Angebote
  • Schaffung gesundheitsförderlicher Rahmenbedingungen für pädagogische Mitarbeiter*innen zur Sicherung ihrer langfristigen Handlungsfähigkeit

  • Sicherung einer qualitativ hochwertigen Ernährung durch frisch zubereitete Mahlzeiten, gemeinsame Rituale und Esskulturen
  • Ausbau kindgerechter Bewegungsangebote innerhalb der Einrichtungen
  • Erweiterung der Kooperationen mit dem Geschäftsbereich Sport im Referat für Bildung und Sport sowie Akteur*innen im Sozialraum
  • Integration von Handlungsempfehlungen zum Klimaschutz in den Praxisalltag zur Prävention klimabedingter Gesundheitsrisiken, wie zum Beispiel Hitzeschutz
  • Etablierung niedrigschwelliger, kultursensibler und partizipativer Gesundheitsangebote für Familien – mit Beratung, Information und Stärkung ihrer Gesundheitsressourcen
  • Verzahnung präventiver Strukturen durch Kooperation mit relevanten Akteur*innen wie Gesundheitsdiensten, Ernährungsberatung und Frühen Hilfen

  • Sicherung gesundheitsförderlicher Rahmenbedingungen für alle Mitarbeiter*innen, zum Beispiel durch ergonomisch gestaltete Arbeitsplätze, angenehmes Raumklima, Rückzugsräume und flexible Pausenregelungen
  • Verfügbarkeit von regelmäßigen Angeboten zur individuellen Gesundheitsförderung, die unter aktiver Einbindung der Mitarbeiter*innen entwickelt werden
  • Förderung von Bewegungsangeboten zur Stärkung der körperlichen Fitness und des sozialen Miteinanders im Team
  • Etablierung niedrigschwelliger Beratungsangebote zu physischen oder psychischen Herausforderungen
  • Angebot freiwilliger präventiver Gesundheitschecks zur frühzeitigen Prävention und Sensibilisierung für gesundheitsbewusstes Verhalten
  • Sicherung verankerter Qualifizierungszeit als arbeitszeitliche Ressource für Vor- und Nachbereitung sowie Professionalisierung – zur Entlastung und Vorbeugung psychischer Überlastung

  • Sicherung regelmäßiger Fort- und Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeiter*innen, unter anderem zu Resilienz, Stressmanagement und Kommunikation
  • Etablierung von Supervisionen und Coachings für Führungskräfte zur Reflexion beruflicher Herausforderungen und Stärkung psychischer Widerstandsfähigkeit
  • Verankerung der Gesundheitsförderung in der Organisationskultur als dauerhafter Bestandteil des pädagogischen Alltags

  • Planung und (Um-)Gestaltung von Innen- und Außenräumen unter aktiver Beteiligung von Kindern und pädagogischen sowie hauswirtschaftlichen Mitarbeiter*innen
  • Transparente Darstellung partizipativer Umgestaltungen als Good-Practice-Beispiele für andere Einrichtungen
  • Konsequente Umsetzung von Barrierefreiheit im baulichen Sinne als auch in Bezug auf Kommunikation, Orientierung und Teilhabe
  • Schaffung gesundheitsförderlicher Umgebungen für Kinder und Mitarbeiter*innen durch die gezielte Berücksichtigung raumklimatischer, akustischer und ergonomischer Faktoren
  • Ermöglichung individueller Auswahl an Materialien für den Innen- und  Außenbereich nach ökologischen und gesundheitlichen Kriterien
  • Ausbau und Umbau der Küchenbereiche zur Einbindung in das pädagogische Konzept

  • Etablierung geschlechtergerechter Raumkonzepte in allen Einrichtungen
  • Entwicklung von Raumkonzepten für Familienangebote, interkulturelle Begegnung und Kooperationen im Sozialraum
  • Orientierung der individuellen Ausstattung der Einrichtungen an den pädagogischen Konzepten, räumlichen Kontexten sowie Bedarfen der Kinder und Mitarbeiter*innen
  • Ermöglichung adaptiver Nutzung der Kindertageseinrichtungen durch flexibles Mobiliar und multifunktionale Räume
  • Bereitstellung einer hochwertigen, vielfaltssensiblen Materialauswahl
  • Schaffen von Rückzugsorten, Bewegungsflächen und naturnahen Gestaltungselementen im Innen- und Außenbereich
  • Orientierung der Arbeitsplätze an Prinzipien zeitgemäßer Arbeitsgestaltung, wie entsprechende Räumlichkeiten als auch die technische Ausstattung – sowohl in Neu- als auch in Bestandsbauten

  • Sicherstellung einer bedarfsgerechten und gesunden Verpflegung in allen Münchner Kindertageseinrichtung
  • Umsetzung praxisorientierter Lernumgebungen, wie naturnahe Garten- und Anbauprojekte

  • Gewährleistung einer frischen, gesunden und vollwertigen Verpflegung möglichst durch das System der Frisch-Mischküche in den städtischen Kindertageseinrichtungen
  • Zubereitung der Verpflegung durch qualifizierte hauswirtschaftliche Fachkräfte, um eine hohe sensorische Qualität der Speisen zu gewährleisten
  • Begleitung des kommunalen Umstellungsprozesses auf das Verpflegungssystem Frisch-Mischküche durch vielfältige Initiativen
  • Aufbau und Pflege eines stabilen Fundaments für einen gesunden Lebensstil der Kinder durch Zusammenarbeit von Einrichtungen, Familien und kommunalen Akteur*innen

Nachhaltigkeitsziele

SDG 2
SDG 3
SDG 6
SDG 10
SDG 16