9. Handlungsfeld: Kooperation und Übergänge im Sozialraum

Münchner Kindertageseinrichtungen sind wichtige Begegnungsorte im Quartier. Durch starke Kooperationen und gute Vernetzung unterstützen sie Kinder und Familien individuell und gestalten gelingende Übergänge gemeinsam.

Kooperation und Übergänge im Sozialraum

Visionen

Die Münchner Kindertageseinrichtungen sind ein lebendiger und zentraler Teil des Sozialraums und der Nachbarschaft.

Vision 1

Ziele

Ziel 1.1

Die Münchner Kindertageseinrichtungen kooperieren eng mit dem Stadtjugendamt, den Bezirksausschüssen, umliegenden Bildungsorten und relevanten Akteur*innen im Sozialraum, um insbesondere Familien mit erhöhtem Bedarf gezielt zu unterstützen.

Ziel 1.2

Alle Münchner Kindertageseinrichtungen sind zentrale Anlaufstellen für Familien, indem sie umfassend über regionale Angebote zur individuellen und sozialen Förderung von Kindern sowie zur Prävention von Benachteiligungen informieren und bei Bedarf den Zugang zu geeigneter Unterstützung ermöglichen.

Ziel 1.3

Die Münchner Kindertageseinrichtungen engagieren sich aktiv im Sozialraum beziehungsweise im Stadtteil und stärken die Beteiligung von Kindern und Familien an lokalen Netzwerken und Gemeinschaften.

Ziel 1.4

Für eine gelingende Übergangsgestaltung sind alle Bildungsakteur*innen – darunter Kindertageseinrichtungen, Schulen, Jugendhilfe und Sozialdienste – gut vernetzt und arbeiten trägerübergreifend, gleichwertig und kooperativ mit dem Kind und der Familie zusammen.

Übergreifende Strategien und Maßnahmen

  • Systematische Verknüpfung von Angeboten der Kindertagesbetreuung mit weiteren sozialräumlichen Maßnahmen zur Unterstützung von Familien mit erhöhtem Bedarf
  • Ausbau interprofessioneller Kooperation, um bestehende Angebote zu bündeln und neue, bedarfsgerechte Formate zu entwickeln
  • Erweiterung der gezielten Kooperation mit relevanten Akteur*innen und Bildungsorten
  • Benennung fester Kooperationsverantwortlicher innerhalb der Einrichtungen zur Koordination von Netzwerkarbeit und Pflege externer Kontakte
  • Ausbau kommunaler Vernetzungsstrukturen
  • Entwicklung einer gemeinsamen übergreifenden Strategie, die Ziele, Zuständigkeiten und Kommunikationswege klar definiert
  • Schaffung struktureller Voraussetzungen durch den Ausbau von Kooperationsstrukturen zwischen den Referaten und die Benennung fester Ansprechpartner*innen
  • Sicherstellung geeigneter Rahmenbedingungen – personell, finanziell, räumlich – sowie Vermittlung spezifischen sozialräumlichen Know-hows
  • Förderung trägerübergreifender Kooperation

  • Gezielter Aufbau und Pflege von Expert*innen-Netzwerken im Sozialraum zur Ressourcenbündelung, Strategieentwicklung und Angebotsweiterentwicklung

  • Erweiterung der sozialräumlich orientierten Angebotsstrukturen in Kindertageseinrichtungen, um sie als präventive und inklusive Orte der Begegnung und des Lernens für Kinder und Familien zu etablieren
  • Verankerung sozialraumorientierter Pädagogik als Handlungsprinzip und Ausrichtung an realen Lebenslagen sowie ganzheitlichen Bedürfnissen statt Zielgruppenspezialisierung
  • Wahrnehmung der Kindertageseinrichtungen als zentrale Kontaktstellen im Lebensumfeld von Familien für ergänzende Dienstleistungen im Sozialraum
  • Sicherstellung geeigneter Räumlichkeiten innerhalb der Einrichtung für Beratungsgespräche, Begegnungen und vertrauliche Kommunikation

  • Gezielte Kooperation und Vernetzung mit externen Fachstellen
  • Schaffung flächendeckender direkter und vertrauter Angebote vor Ort in der Kindertageseinrichtung, beispielsweise durch regelmäßige Sprechstunden durch Kooperationspartner*innen
  • Langfristige Sicherung, Weiterentwicklung und bedarfsgerechter Ausbau des Psychologischen Fachdienstes

  • Systematische Erschließung des Sozialraums als pädagogisch relevanter Lernort
  • Durchführung generationenübergreifender Formate, beispielsweise regelmäßige Besuche in Altenpflegeeinrichtungen
  • Sichtbarmachung kindlicher Ausdrucksformen im Stadtteil
  • Stärkung der Partizipation von Kindern an Stadtteilprozessen durch Beteiligungsprojekte

  • Etablierung der Kindertageseinrichtung als Schnittstelle zwischen Sozialraum und pädagogischem Alltag, beispielsweise durch gegenseitigen Austausch von Impulsen, Aktivitäten und Projekten
  • Unterstützung von Familien beim Aufbau und der Pflege sozialer Beziehungen
  • Stärkung der sozialen Infrastruktur und Förderung von Bildungs- und Chancengerechtigkeit durch KiTZ-Einrichtungen im direkten Lebensumfeld der Kinder und Familien
  • Entwicklung eines referatsübergreifenden Geschäftsprozesses zur koordinierten Planung kombinierter Einrichtungen – mit Blick auf die Stärkung sozialräumlicher Infrastruktur

  • Gestaltung sensibler Übergangsprozesse sowohl beim Eintritt, dem Wechsel zwischen Kindertageseinrichtungen als auch beim Übertritt in die Grundschule beziehungsweise in Bildungs- und Betreuungseinrichtungen für Schulkinder
  • Sicherung einer kontinuierlichen, strukturell verankerten Zusammenarbeit zwischen Familie, Kindertageseinrichtung, Schule sowie – je nach Bedarf – Kinder- und Jugendhilfe und sozialen  Diensten
  • Etablierung einer gemeinsamen Verantwortungskultur, in der Übergänge kooperativ gestaltet und Kinder als aktive Mitgestalter*innen anerkannt werden
  • Initiierung eines frühzeitigen und kontinuierlichen Austauschs zwischen pädagogischen Mitarbeiter*innen der Kindertageseinrichtungen und Lehrkräften der Grundschule
  • Umsetzung verbindlicher Kooperationsvereinbarungen zwischen Kindertageseinrichtungen und Grundschulen
  • Implementierung und Verstetigung trägerübergreifender Qualitätsstandards zur systematischen, verbindlichen Zusammenarbeit zwischen Kindertageseinrichtungen und Grundschulen

  • Etablierung partizipativer Formate, die Kindern aktive Mitgestaltung ermöglichen, wie Mentoring-Modelle zwischen älteren und jüngeren Kindern oder gemeinsame Projekte im Sinne von „Lernen durch Engagement”
  • Familiennahe Gestaltung der Übergänge durch aktive Teilhabe der Familien
  • Bereitstellung verlässlicher zeitlicher, personeller und struktureller Ressourcen zur Sicherung nachhaltiger Übergangsgestaltung
  • Aufbau und Pflege einer lokal verankerten Kooperationskultur zwischen Kindertageseinrichtungen, Grundschulen und weiteren Partner*innen wie Jugendhilfe oder sozialen Diensten
  • Entwicklung neuer praxisnaher Kooperationsformate, die Übergänge als längerfristige, prozesshafte Entwicklungen gestalten

Nachhaltigkeitsziele

SDG 4
SDG 10
SDG 11
SDG 16
SDG 17